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Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?

Von Christian Stoffels, Geschäftsführer und Elektrotechnik-Meisterbetrieb, Dachau · Stand 7. Juli 2026

Drohnenaufnahme eines Doppelhauses mit zwei Photovoltaikanlagen

Eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage kostet Stand Juli 2026 rund 1.000 Euro pro Kilowattpeak (kWp). Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer 10-kWp-Anlage sind das 10.000 bis 14.000 Euro ohne Speicher und 13.000 bis 17.500 Euro mit einem 10-kWh-Stromspeicher. Auf diese Preise fällt laut geltendem Recht seit 2023 keine Mehrwertsteuer an, der Nettopreis ist also gleich dem Endpreis.

Diese Zahlen stammen nicht aus einer Broschüre, sondern aus dem, was wir bei Solaris jede Woche selbst kalkulieren. Seit Februar 2022 haben wir im Raum Dachau und München über 800 Anlagen gebaut, vom Reihenhausdach bis zum großen Landwirtschaftsgebäude. Was eine Anlage am Ende genau kostet, hängt aber von ein paar Dingen ab, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Genau darum geht es in diesem Ratgeber.

Preis pro kWp: wovon er wirklich abhängt

Die Faustregel von 1.000 Euro pro kWp ist ein Mittelwert. Kleine Anlagen kosten pro kWp mehr, große weniger. Der Grund sind die Fixkosten: Gerüst, Wechselrichter, Anfahrt und Netzanmeldung fallen bei einer 5-kWp-Anlage fast genauso an wie bei einer 12-kWp-Anlage. Deshalb landet ein kleines Dach schnell bei 1.300 bis 1.500 Euro pro kWp, während ein großes Dach in Richtung 900 Euro rutscht.

Der zweite große Hebel ist das Dach selbst. Ein Satteldach mit Ziegeln und guter Zugänglichkeit ist der Standardfall und am günstigsten. Flachdächer brauchen eine Aufständerung, Blechdächer und Schieferdächer eine spezielle Befestigung, und ein steiles oder verwinkeltes Dach kostet mehr Gerüst und mehr Montagezeit. Auch die Modulklasse spielt eine Rolle. Solide Standardmodule sind deutlich günstiger als Hochleistungs- oder Glas-Glas-Module, die mehr Ertrag pro Quadratmeter bringen und länger halten. Wenn Ihre Dachfläche knapp ist, kann sich das teurere Modul trotzdem rechnen.

Und dann ist da der Zustand Ihrer Elektrik. Ist der Zählerschrank alt und entspricht nicht mehr der aktuellen Norm, muss er vor dem Anschluss der Anlage erneuert werden. Das ist kein Sonderfall, das sehen wir bei fast jedem zweiten Bestandshaus. Wie so ein Projekt Schritt für Schritt abläuft, haben wir im Ratgeber PV-Anlage in 8 Wochen beschrieben.

Beispielrechnungen aus unserer Praxis

Damit Sie ein Gefühl für die Größenordnung bekommen, hier drei typische Anlagen, wie wir sie regelmäßig verbauen. Die Spannen sind Endpreise ohne Mehrwertsteuer und verstehen sich schlüsselfertig, also inklusive Planung, Montage, Wechselrichter und Anmeldung. Als Speicher ist jeweils ein 10-kWh-System gerechnet.

AnlageOhne SpeicherMit 10-kWh-SpeicherPasst zu
6 kWp7.500 bis 9.500 €10.500 bis 13.000 €Kleiner Haushalt, moderater Verbrauch
10 kWp10.000 bis 14.000 €13.000 bis 17.500 €Klassisches Einfamilienhaus
15 kWp14.000 bis 18.500 €17.500 bis 22.000 €Großes Haus, Wärmepumpe oder E-Auto

Die Spannen decken sich mit den aktuellen Marktdaten von Anbietern wie 42watt und der Schwäbisch Hall (Stand Juli 2026). Wo Ihr Projekt innerhalb der Spanne landet, entscheidet sich am Dach und an der Elektrik. Ein sauberer Neubau mit einfachem Satteldach liegt am unteren Rand, ein Altbau mit Zählertausch und Aufständerung eher oben. Ein belastbarer Preis kommt deshalb immer erst nach einem Blick auf Ihr Dach zustande, nicht aus einem Online-Rechner.

Was viele vergessen: Zählerschrank, Gerüst, Netzanmeldung

Bei den Kosten wird meist nur an Module und Wechselrichter gedacht. In der Praxis machen die Nebenpositionen aber oft den Unterschied zwischen einem günstigen und einem teuren Angebot aus. Das Gerüst kostet je nach Dachhöhe und Standzeit einen mittleren dreistelligen Betrag und ist bei fast jeder Anlage nötig. Der Zählerschrank muss, wenn er zu alt ist, komplett getauscht werden, das kann schnell mehrere hundert bis über tausend Euro ausmachen.

Dazu kommen die Anmeldung beim Netzbetreiber, die Eintragung ins Marktstammdatenregister und der fachgerechte Anschluss inklusive Überspannungsschutz und Potentialausgleich. Diese Arbeiten sind Pflicht und dürfen nur von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb gemacht werden. Ein seriöses Angebot weist all das offen aus. Wenn ein Preis auffällig niedrig ist, lohnt der Blick, ob Gerüst, Zählerschrank und Anmeldung wirklich enthalten sind oder später als Nachtrag kommen.

Wann rechnet sich die Anlage?

Eine gut geplante Anlage im Raum Dachau und München amortisiert sich nach unserer Erfahrung in etwa 6 bis 10 Jahren. Danach produziert sie über viele weitere Jahre nahezu kostenlosen Strom, die Module tragen laut Herstellerangaben üblicherweise 25 Jahre und mehr. Der Hebel ist dabei nicht die Einspeisung, sondern der Eigenverbrauch. Die Einspeisevergütung liegt 2026 nur noch bei wenigen Cent pro Kilowattstunde und sinkt weiter, während Sie für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde den vollen Netzstrompreis sparen.

Genau hier setzt der Speicher an. Nach unserer Erfahrung aus über 800 Anlagen verbraucht ein Haushalt ohne Speicher grob 30 Prozent des Solarstroms selbst, mit Speicher sind es oft 60 bis 70 Prozent. Ob sich der Aufpreis für Sie rechnet, hängt stark von Ihrem Verbrauch und Ihrem Tagesrhythmus ab. Wir haben das ehrlich durchgerechnet im Ratgeber Lohnt sich ein Stromspeicher 2026 noch?. Wer eine Wärmepumpe oder ein E-Auto hat, für den verschiebt sich die Rechnung deutlich in Richtung größere Anlage mit Speicher, weil der Eigenverbrauch dann von allein hoch ist.

Häufige Fragen

Gibt es 2026 noch Förderung für Photovoltaik?

Die wichtigste Förderung ist der Wegfall der Mehrwertsteuer: Auf Kauf und Installation einer PV-Anlage fallen 0 Prozent MwSt an, das spart auf einen Schlag 19 Prozent. Bundesweite Zuschüsse für die Anlage selbst gibt es 2026 nicht, wohl aber zinsgünstige Kredite über die KfW und je nach Kommune vereinzelte regionale Programme. Für Dachau und den Landkreis prüfen wir das im Beratungsgespräch konkret mit Ihnen.

Bis wann gelten die 0 Prozent Mehrwertsteuer?

Der Nullsteuersatz auf Photovoltaikanlagen gilt laut geltendem Recht seit 2023 und ist aktuell unbefristet, es gibt kein festes Enddatum. Sollte sich daran gesetzlich etwas ändern, wird das mit Vorlauf angekündigt. Wer plant, muss also nicht in Eile kaufen, hat aber auch keinen Grund, den Vorteil ungenutzt zu lassen.

Was kostet die Wartung einer PV-Anlage?

Eine Photovoltaikanlage ist weitgehend wartungsfrei, es gibt keine beweglichen Teile. Empfehlenswert ist alle paar Jahre ein Check von Wechselrichter, Verkabelung und Befestigung, der marktüblich im niedrigen dreistelligen Bereich liegt. Der Wechselrichter ist das Bauteil, das erfahrungsgemäß am ehesten nach 10 bis 15 Jahren einmal ersetzt wird. Laufende Kosten im Alltag entstehen praktisch keine.

Kostenlose Beratung, Antwort in 24 Stunden

Über 800 Anlagen im Raum Dachau und München realisiert. Wir prüfen Ihr Dach, Ihren Verbrauch und Ihre Fördermöglichkeiten und melden uns innerhalb eines Werktags mit einer ehrlichen Einschätzung.

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